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Druckversion vom 02.12.2011
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Dr. Volker Schmiedel
Habichtswald Klinik
34131 Kassel
Telefon 0561 3108-101
E-Mail schmiedel@habichtswaldklinik-ayurveda.de
Gesundes Herz durch Nahrungsergänzungen
Das menschliche Herz pumpt sauerstoffreiches und
lebensspendendes Blut etwa 100.000mal am Tag durch den Körper. Das
sind fast 3 Milliarden Schläge während eines circa achtzigjährigen
Lebens. Dabei wird eine Blutmenge befördert, die einer Kette von
Tanklastzügen mit mehr als 100 km Länge entspricht. Im Gegensatz zu
allen anderen Muskeln, die sich auch einmal ausruhen und
regenerieren können, muss das Herz seine Tätigkeit ohne Unterlass
vollbringen. Eine Rhythmusstörung kann innerhalb weniger Minuten
zum Tode führen, eine Schwächung des Herzmuskels zu deutlich
verminderter Leistungsfähigkeit, ja sogar zum gefährlichen
Lungenödem mit Lebensgefahr. Erfolge und Misserfolge gleichermaßen
lehrreich Die folgenden zwei Beispiele sollen aufzeigen, wie man
mit ausgewählten Nährstoffen bestimmte Funktionen des Herzens
gezielt unterstützt und das Risiko bedrohlicher Komplikationen
deutlich absenken kann. Nicht immer halten
sich Patienten allerdings an die ihnen gegebenen Ratschläge, nicht
immer gelingt es, das Behandlungsziel zu erreichen. Aus solchen
nicht optimalen Verläufen können wir manchmal mehr lernen als aus
unseren schönen Erfolgen, die wir nur zu gerne demonstrieren. Wie
heißt es so schön über ärztliche Behandlungen: "Unsere Erfolge
bescheint strahlend die Sonne, unsere Misserfolge bedeckt gnädig
die Erde." Wir wollen jedoch aus beidem lernen.
Ein Herz aus dem Takt...
Hermann Schindler (Name vom Autor geändert) war ein rüstiger Endsechziger, als er plötzlich bemerkte, dass er kaum noch Treppen steigen oder eine kleine Anhöhe bewältigen konnte, ohne völlig außer Puste zu geraten. Bei der Blutdruckmessung - er litt schon seit Jahren an erhöhtem Blutdruck, welcher medikamentös befriedigend eingestellt war - stellte er fest, dass sein Herz zu schnell und ganz unregelmäßig schlug. Das sofort beim Hausarzt angefertigte Elektrokardiogramm ergab eine Tacharrhythmia absoluta. Dabei handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung mit völlig unregelmäßigem Herzschlagen, wobei die Herzfrequenz noch dazu deutlich zu hoch ist - in diesem Fall zwischen 140 und 160 Schlägen pro Minute gegenüber den normalen 60 bis 80. Wenn das Herz so schnell und unregelmäßig schlägt, pumpt es unwirtschaftlich und kann nicht mehr soviel Blut in den Lungen- und den Körperkreislauf befördern, erst recht dann nicht, wenn bei körperlichen Anstrengungen mehr Volumen gefordert wird.
Vorsicht: Gerinnsel!
Der Hausarzt veranlasste einen sofortigen Transport ins nahe
gelegene Kreiskrankenhaus. Dort hätte man sofort kardiovertieren
(wieder in den richtigen Rhythmus bringen) können, da die
Rhythmusstörung ganz frisch aufgetreten war. Bei der absoluten
Arrhythmie schlägt der Vorhof nicht mehr. Dies wird auch als
Vorhofflimmern bezeichnet. Es kann sich also ein Blutsee bilden, in
dem sich ein Gerinnsel formen kann. Wird dann wieder ein normaler
Herzrhythmus hergestellt, so kann das während des Vorhofflimmerns
eventuell gebildete Gerinnsel fortgeschwemmt werden und zu einem
Schlaganfall führen. Ein solches Gerinnsel bildet sich allerdings
erst nach einigen Tagen, weswegen entweder sehr bald nach Auftreten
des Vorhofflimmerns oder aber nach mindestens dreiwöchiger
Antikoagulation der Rhythmus elektrisch oder medikamentös
wiederhergestellt werden darf. Bei einer Antikoagulation wird mit
Medikamenten (Heparin-Spritzen oder Phenprocoumon, z.B. Marcumar®)
das Gerinnungssystem so gehemmt, dass sich keine Gerinnsel mehr
bilden, sondern
vorhandene sogar auflösen können.
Wenn die Ärzte nicht sicher sind, ob sich bereits ein Gerinnsel im Vorhof gebildet hat, so können sie mit der TEE (Transösophageale Echokardiographie = Herzultraschall von der Speiseröhre aus, von der Belastung für den Patienten einer Magenspiegelung vergleichbar) diese Frage rasch und sicher klären. Das hierfür notwendige Instrumentarium war im Kreiskrankenhaus vorhanden, wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen jedoch nicht angewendet. So wurde stattdessen mit Medikamenten (Digitalis, Betablocker) der Herzrhythmus soweit verlangsamt, dass es wenigstens wieder einigermaßen wirtschaftlich das Blut transportierte. Aus dem tachykarden (= zu schnellem) war ein normofrequentes (= normale Herzfrequenz) Vorhofflimmern geworden.
Millionen leiden unter Vorhofflimmern
In Deutschland ist die Anzahl der Menschen, die ein chronisches Vorhofflimmern haben, siebenstellig. Das chronische, normofrequente Vorhofflimmern hat dann "nur noch" zwei Nachteile: Der Vorhof unterstützt die Herzfunktion nicht mehr. Für die motorsportinteressierten Leser: Die Einspritzfunktion der "Maschine Herz" ist ausgefallen. Dadurch ist die Herzleistung um etwa 20-30 % gemindert. Ein ansonsten gesunder Herzmuskel kann dies gut tolerieren. Wenn wir bei dem Beispiel "Motor" bleiben wollen: Bei einer 4-Zylinder-Maschine ist ein Zylinder ausgefallen. Damit kann ein Auto noch durch die Lande fahren, aber keinen Anhänger mehr einen Berg hinauf ziehen. Zweitens reagiert das Herz nicht adäquat auf Belastungen. Ein Herz mit normalem Rhythmus schlägt kontinuierlich schneller, je stärker die Belastung wird. Beim Herz mit einer absoluten Arrhythmie bei Vorhofflimmern ist dies oft chaotisch. Manchmal schlägt es bei Belastung nur ein kleines bisschen schneller, was nicht ausreicht, manchmal aber auch viel zu schnell, was dann wieder unwirtschaftlich ist. Beides führt zu starker Luftnot bei Belastung, obwohl Skelettmuskeln und Herz eigentlich in der Lage wären, die Leistung zu erbringen.
Nicht zu lange warten...
Hermann Schindler wurde aus dem Krankenhaus entlassen mit der Empfehlung, sein Medikamente brav einzunehmen (Gerinnungshemmer, Frequenzsenker und seine üblichen Blutdruckmittel) und zuzuwarten, vielleicht spränge das Herz ja wieder von selbst in den richtigen Rhythmus. Dies kann tatsächlich passieren, wird aber umso unwahrscheinlicher, je länger das Vorhofflimmern anhält. Spätestens nach sechs Monaten sollte man etwas aggressiver tätig werden, nach mehr als einem Jahr sind die Chancen auch unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten nahezu aussichtslos. Der beste Zeitpunkt ist 4 Wochen nach Beginn des Vorhofflimmerns, wenn 3 Wochen lang eine gute Gerinnungshemmung bestand.
Die Rhythmisierung gelingt
Ein kardiologisch erfahrener Arzt riet dem Patienten nach drei Monaten des Zuwartens, sich nicht auf die Empfehlung der Krankenhausärzte zu verlassen, sondern eine kardiologische Fachklinik aufzusuchen. In dieser Klinik wurde dann eine elektrische Kardioversion versucht, die jedoch nicht erfolgreich war. Dabei wird mit einem kurzen elektrischen Impuls ein Anstoß gegeben, wieder den richtigen Rhythmus (Sinusrhythmus) zu starten. Dies gelingt in etwa 70 % der Fälle, wenn es rechtzeitig erfolgt, in diesem Fall gelang es jedoch leider nicht. Daraufhin setzen die Ärzte Hermann Schindler einen Herzschrittmacher ein, der zwar nicht den richtigen Rhythmus ermöglicht, aber das Herz "nach unten" absichert. Schlägt das Herz zu langsam, übernimmt der Schrittmacher das Kommando und sorgt dafür, dass das Herz nicht langsamer als zum Beispiel 50mal in der Minute schlägt. Mit dieser Absicherung konnten die Kardiologen dem Patienten stärkere Rhythmusmedikamente geben, die möglicherweise den Sinusrhythmus wiederherstellen. Oft wirken diese Medikamente aber stark herzfrequenzsenkend, was dann gefährlich werden könnte. Diese Gefahr bestand nun nicht mehr, da hier der Schrittmacher wie ein Netz beim Zirkusartisten bereitstand.
Und Herr Schindler Hatte Glück: Das Herz sprang tatsächlich in den normalen Rhythmus zurück. Er wurde daraufhin wieder körperlich leistungsfähiger und fühlte sich subjektiv viel wohler. Er hätte nun noch etwa ein halbes Jahr seine Rhythmus- und Gerinnungsmedikamente nehmen müssen, die dann langsam hätten abgesetzt werden können. Die Gerinnungsmedikamente erhöhen nämlich die Gefahr des Verblutens bei einer Verletzung. Alle Antiarrhythmika (Mittel gegen Rhythmusstörungen) erhöhen prinzipiell auch die Gefahr eine gefährliche ventrikuläre (von der Kammer ausgehende) Rhythmusstörung zu erleiden, die potentiell lebensgefährlich ist. Unter einer sinnvollen Risiko-Nutzen-Abwägung scheint eine halbjährige medikamentöse Therapie jedoch vertretbar zu sein. Nährstoffe stabilisieren den Rhythmus
Was hat nun die Naturheilkunde damit zu tun? Herr Schindler fragte mich um Rat, was er denn noch alternativ tun könne, um seinem Herz zu helfen. In diesem Fall empfahl ich aber keine alternative Therapie, sondern eine komplementäre. Ich hielt es nicht für sinnvoll, das begonnene, erfolgreiche, konventionelle Therapieregime abzusetzen, sondern vielmehr durch naturheilkundliche Maßnahmen zu ergänzen. Unter anderem empfahl ich ihm, das herzrhythmusstabilisierende Magnesium in einer möglichst hohen Dosis einzunehmen. Dies können 300 oder auch 600 mg am Tag sein. Die Dosis sollte langsam gesteigert werden bis der Stuhl dünner wird. Dann sollte die Dosis eine Stufe zurückgefahren werden, so dass der Stuhl gerade noch eine normale oder eine etwas weichere Konsistenz aufweist.
Zusätzlich sollte er Omega-3-Fettsäuren in hoher Dosis
einnehmen: Entweder mindestens 3x2 Fischölkapseln oder eine Portion
eines Kaltwasserfisches oder ein Esslöffel Leinöl täglich. Wer
Fischöl und Fische nicht mag, kann auch nur das Leinöl nehmen. Die
GISSI-Studie hat ergeben, dass eine solche Therapie bei
italienischen Herzinfarktpatienten die Gesamtsterblichkeit um 20-30
% zu
reduzieren in der Lage war. Insbesondere der durch
Herzrhythmusstörungen ausgelöste plötzliche Herztod war
hochsignifkant bei den Patienten geringer, die die
Omega-3-Fettsäuren bekam, im Vergleich zu denen, die ein Placebo
(Scheinmedikament) erhalten hatten. Mir ist bisher keine Studie
bekannt, die einen ähnlich großen Erfolg durch ein übliches
Antiarrhythmikum bei vergleichbar niedrigen Nebenwirkungen
(gelegentlich unangenehmes "fischiges" Aufstoßen) belegt!
Nährstoffe wirken im Körper, nicht in der Packung
Diese Empfehlungen hatte ich Ende Dezember ausgesprochen. Ende Januar rief mich die Ehefrau von Herrn Schindler an und berichtete schockiert, dass ihr Mann am plötzlichen Herztod verstorben sei. Bei meinem Beileidsbesuch bemerkte ich in der Wohnung die unangebrochenen Packungen mit Fischölkapseln und Magnesiumtabletten. Er wollte in den nächsten Tagen mit der Einnahme beginnen, schilderte mir die verzweifelte Witwe.
Janusköpfige Antiarrhythmika
In wenigen Wochen wäre auch der Termin in der Herzklinik gewesen, anlässlich dessen vermutlich die so hilfreichen, aber auch gefährlichen Antiarrhythmika abgesetzt worden wären. Diese Medikamente haben den günstigen normalen Sinusrhythmus ermöglicht, gleichzeitig aber die Gefahr für den plötzlichen Herztod heraufgesetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob mit Einnahme der Nährstoffpräparate der Tod hätte verhindert werden können, die Wahrscheinlichkeit wäre aber bestimmt geringer gewesen.
Was lernen wir daraus? Wir wollen den Segen der konventionellen Medikamente und -verfahren nicht herabwürdigen, wir unterschätzen aber meist die Risiken, die hiervon ausgehen. Wir - und damit meine ich gerade die konventionellen Ärzte und Kardiologen - unterschätzen aber auch die hohe Wirksamkeit von Naturheilverfahren. Selbst wenn diese eindeutig belegt worden sind, werden sie leider nur selten zur Kenntnis genommen.
"Ein Indianer kennt keinen Schmerz"
Noch etwas ist mir an diesem bedauerlichen Fall aufgefallen: Für
Frau Schindler kam der Tod Ihres Mannes "plötzlich und unerwartet",
wie es so schön heißt. Bei genauem Nachdenken fiel ihr aber auf,
dass ihr Mann in den letzten Tagen vor seinem Hinscheiden doch die
eine oder andere Anmerkung äußerte, die im Nachhinein daraus
schließen lassen, dass doch irgendetwas nicht in Ordnung gewesen
war. Herr Schindler hatte dies sehr wohl gemerkt und vielleicht
auch die Gefahr geahnt, in der er sich befand. Er gehörte
aber
noch zu der Generation, der man beigebracht hatte, hart wie
Kruppstahl zu sein und nicht wegen jedem kleinen Wehwehchen zum
Arzt zu rennen. Dieses Verhalten - das Ignorieren, das Verdrängen
von deutlichen Warnsignalen des eigenen Körpers - beobachten wir
immer wieder bei unseren Patienten. Besonders stark ist dies bei
Männern ausgeprägt und noch stärker bei den gerade gefährdeten
Herzpatienten. Das neurotische Achten auf jeden einzelnen
Herzschlag ist genau so unsinnig wie das Missachten jeglicher
Warnsignale - letzteres kann aber lebensgefährlich sein.
Herzschwäche naturheilkundlich behandelt
Hier nun unser zweiter Fall: Walter Sperling (Name vom Autor geändert) ist ein Herzpatient in den Siebzigern. Bei ihm liegt eine koronare Herzkrankheit vor, die seit mehreren Jahren bekannt ist und trotz - nach konventioneller Lehrmeinung - optimaler und ausgereizter Therapie rapide fortschreitet. Er hatte bereits zwei Herzinfarkte, die verengten Stellen der Herzkranzgefäße waren zweimal durch Bypass-Operationen überbrückt worden. Es waren aber erneute Einengungen sogar in den Bypässen aufgetreten, die zweimal durch PTCA (Ballonaufdehnung) beseitigt worden waren.
Die Pumpfunktion war mäßig eingeschränkt, die Auswurffraktion betrug 45 % (normal ist über 60 %). Die Herzsituation wurde aber noch obendrein dadurch verschlechtert, dass sowohl die Mitralklappe als auch die Aortenklappe Undichtigkeiten aufwiesen, weshalb einiges vom gepumpten Blut doppelt bewegt werden musste. Seine Herzmedikamente, die die Herzkranzgefäße erweitern, die Gerinnung hemmen, das Herz entlasten, den Blutdruck und die Blutfette senken sollten, nahm Herr Sperling regelmäßig und zuverlässig ein.
Jährlich einmal nahe am Ertrinken
Trotzdem kam es infolge der Herzschwäche durch die Herzinfarkte und die undichten Klappen seit einigen Jahren etwa einmal pro Jahr zu einem akuten Lungenödem. Dabei schaffte es das schwache Herz nicht mehr, ausreichend Blut in den Körperkreislauf zu pumpen, so dass es sich in die Lunge zurück staut. Dort sammelt sich Wasser an, das so genannte Lungenödem. Unbehandelt führt eine solche Störung zu einem qualvollen Ertrinken des Patienten. Durch rechtzeitige intensivmedizinische Maßnahmen im Akutkrankenhaus konnte Herr Sperling bisher zwar immer geholfen werden, aber er war verständlicherweise sehr besorgt und suchte nach naturheilkundlicher Unterstützung, um solche bedrohlichen Zustände abwenden zu können.
Antioxidantien verlangsamen die Arterioskkerose
Ich verschrieb ihm zusätzlich zu seinen Herzmedikamenten die
Vitamine E (400 mg) und C (2-3 g) sowie Selen (100 µg) als
Antioxidantien, um das Fortschreiten der koronaren Herzkrankheit
aufzuhalten oder zumindest zu verzögern. Es ist heute bekannt, dass
sich nicht das Cholesterin an die Gefäßwände ablagert und zu
Einengungen und Infarkten führt, sondern das LDL-Cholesterin. Es
ist aber auch nicht das LDL-Cholesterin, welches für
Arteriosklerose verantwortlich ist, sondern das oxidierte
LDL-Cholesterin. Das oxidierte LDL ist sozusagen das ranzig
gewordene Fett im Blut. Gelingt es uns, diesen Prozess der
Oxidation zu beeinflussen, so haben wir einen
wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Arteriosklerose geleistet.
Natürlich sollte man alle antioxidativ wirkenden Vitamine und
Mineralstoffe bevorzugt durch die Nahrung in großer Menge
aufnehmen. Viele Lebensmittel enthalten darüber hinaus noch so
genannte sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe mit antioxidativer Potenz
(z. B. Flavonoide und Phenole in Rotwein oder Grüntee). Bei
Hochrisikopersonen wie bei Herrn Sperling reicht mir die Zufuhr
über die Nahrung allerdings nicht aus: Hier möchte ich zur
Sicherheit "Mega-Dosen" einsetzen, um die Gefährdung soweit wie
irgend möglich zu minimieren.
Ubichinon verbessert die Energieversorgung des Herzmuskels
Wegen der Herzschwäche erhielt Walter Sperling außerdem die
vitaminähnliche Substanz Ubichinon Q10. Untersuchungen haben
ergeben, dass Muskeln und insbesondere der Herzmuskel reich an Q10
ist, welches an der für die Muskeltätigkeit entscheidenden
Energiebereitstellung beteiligt ist. Darüber hinaus hat es auch
noch eine antioxidative Wirkung. Im Alter nimmt der Gehalt der
Herzmuskeln an Q10 natürlicherweise ab. Geschwächte Herzen weisen
besonders niedrige Gehalte an Q10 auf. Darum erscheint eine
Substitution bei herzschwachen Patienten sinnvoll, wobei dann
allerdings eine hohe Dosierung gewählt werden sollte - im Falle von
Herrn Sperling waren dies 100 mg (alle Dosierungen verstehen sich
täglich). Patienten mit Cholesterinsynthesehemmern gelangen
besonders leicht in einen Q10-Mangel. Die sogenannten Statine (die
auf dem Beipackzettel angegeben Substanz endet mit "-statin")
behindern
nämlich nicht nur die körpereigene Cholesterin-, sondern auch die
Q10-Bildung. Das gefährliche Cholesterin erscheint weniger im Blut,
das nützliche Q10 aber leider auch.
Nie mehr im Krankenhaus!
Seit drei Jahren geht Herr Sperling regelmäßig zu den kardiologischen Untersuchungen (was er vorher auch getan hat) und holt sich parallel dazu naturheilkundliche Tipps. Dabei schreibe ich ihm dann auch Rezepte über seine Nahrungsergänzungen und erläutere ihm die Befunde des Kardiologen, der sich für diese Beratungstätigkeit nicht soviel Zeit nimmt, wie sie sich der Patient wünscht. In seinem besonders schweren Krankheitsfall übernimmt sogar die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für diese Präparate, was bei Nahrungsergänzungen ja eher ungewöhnlich ist.
Ein weiterer Tipp, den Herr Sperling gewissenhaft befolgt: Er stellt sich täglich auf eine Waage mit 100 g-Anzeige. Normalerweise rate ich nicht zu einer zu engmaschigen, ja zwanghaften Gewichtskontrolle. Ich meine, dass einmal Wiegen in der Woche ausreicht, um Diät-"Sünden" erkennen und korrigieren zu können. Gefährdete, herzschwache Menschen sollten jedoch täglich morgens vor dem Frühstück ihr Gewicht bis auf 100 g genau messen und in eine Liste eintragen. Das Gewicht kann natürlich von Tag zu Tag um einige hundert Gramm schwanken. Registriert ein herzschwacher Patient aber über mehrere Tage hinweg eine kontinuierliche Gewichtszunahme, die durch das Essen nicht erklärlich erscheint, so gilt Alarmstufe Rot! Das Herz gerät dann möglicherweise langsam in ein Pumpversagen. Dieses gilt es zu erkennen und zu beseitigen, bevor Symptome wie etwa Luftnot auftreten. Eine sofortige Vorstellung beim Arzt ist dann unerlässlich.
Herr Sperling fühlt sich mit dieser kombinierten Behandlung aus Schulmedizin und Naturheilkunde subjektiv sehr wohl. Seine Leistungsfähigkeit hat nicht ab-, sondern eher sogar zugenommen und das Wichtigste: Seit drei Jahren hat Walter Sperling kein Krankenhaus mehr von innen gesehen!
Weiterführende
Literatur:
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Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift "Der Naturarzt". Wir
danken dem Access-Verlag für die freundliche Genehmigung zum
Abdruck.
www.naturarzt-access.de
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