Jährlich gibt es in Deutschland etwa 2500 Neuerkrankungen durch Hepatitis A, 4500 durch Hepatitis B und 5000 durch Hepatitis C. Während Hepatitis A nie und Hepatitis B selten chronifiziert, ist dies bei der Hepatitis C fast die Regel.
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Hepatitis und Ikterus

Jährlich gibt es in Deutschland etwa 2500 Neuerkrankungen durch Hepatitis A, 4500 durch Hepatitis B und 5000 durch Hepatitis C. Während Hepatitis A nie und Hepatitis B selten chronifiziert, ist dies bei der Hepatitis C fast die Regel. Daher gibt es in Deutschland etwa 300.000 mit Hepatitis C-Viren infizierte Menschen, weltweit sogar 170 Millionen. Unser Naturarzt-Autor Dr. Volker Schmiedel erklärt Ihnen, wie man die Erkrankung erkennen und schulmedizinisch bzw. naturheilkundlich behandeln kann.

Ikterus: Plötzlich gelb wie ein Chinese

Frau Neumann (Name von der Redaktion geändert) fühlte sich seit einigen Monaten matt, hatte weniger Appetit, war leicht erschöpft und kaum belastbar. Es war wie bei einer leichten Grippe, ohne dass sie jedoch Fieber hatte. Sie führte diese Beschwerden auf Stress und starke Arbeitsbelastungen zurück. Als sie eines Morgens neben ihrem Mann vor dem Spiegel im Bad stand, fiel ihr allerdings auf, dass ihre Haut dunkler als die ihres Mannes war, obwohl sie sonst immer einen helleren Teint hatte. Sie sah sich ihr Gesicht im Spiegel genauer an und bemerkte dabei, dass die Bindehaut ihrer Augen ganz gelb war. Jetzt erinnerte sie sich auch daran, dass ihr Urin in letzter Zeit viel dunkler geworden war, was sie fälschlicherweise darauf zurück geführt hatte, dass sie zuwenig getrunken hatte. Nun war es wohl doch Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Ihr Hausarzt tippte sofort darauf, dass die gesamte Symptomatik ihre Ursache in der Leber haben müsse. Die Laboruntersuchung bestätigte den Verdacht: Das Bilirubin war mit 3,5 mg/dl deutlich erhöht (normal sind bis zu 1,1). Das Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutes und wird über Leber und Galle in den Darm ausgeschieden. Ist das Bilirubin zu hoch, so kommt es zu einer Gelbsucht (Ikterus). Ursachen für einen Ikterus gibt es viele (siehe Kasten). Eine genaue Anamnese und weitere Laboruntersuchungen können die Ursache aufdecken.

Ursachen für einen Ikterus (unvollständig)

Medikamente (z.B. Paracetamol, Antibiotika wie Tetrazyklin oder Rifampicin,
Methotrexat, Östrogene, Testosteron)
Hämolyse (vermehrter Abbau von Blut z.B. nach Bluttransfusion)
Morbus Meulengracht (häufig vorkommender Mangel des Enzyms Glucuronyltransferase
mit der harmlosen Folge hoher Bilirubinwerte, besonders beim Fasten und durch
Nikotinsäure)
Hepatitis, Leberzirrhose, Metastasenleber
Stauungsleber (bei Rechtsherzschwäche)
PBC (=Primär Biliäre Zirrhose, eine Autoimmunerkrankung)
Alkohol, Drogen, Lebergifte wie Tetrachlorkohlenstoff oder Pilzgifte (z.B.
Knollenblätterpilz)
Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit)
Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)
Schwangerschaft, bakterielle Infektionen, Sarkoidose
seltene Erbkrankheiten (familiäre Hyperbilirubinämie)

Gezielte Labordiagnostik weist den Weg

Bei Frau Neumann fielen eine hohe yGT und sehr hohe Werte für GOT und GPT auf. Dabei handelt es sich um so genannte Transaminasen. Dies sind Enzyme, die normalerweise nur in den Leberzellen vorkommen. Bei jedem Zelluntergang werden diese Enzyme jedoch ins Blut geschwemmt und lassen sich dort nachweisen. Durch die normale Zellmauserung der Leber hat auch der Gesunde diese Transaminasen im Blut. Werden bestimmte Werte aber überschritten, so spricht dies für ein deutlich vermehrtes Absterben von Leberzellen. Der Verdacht auf eine Virushepatitis lag also sehr nahe. Die sofort eingeleitete Diagnostik auf Antikörper gegen Hepatitis A, B und C verlief allerdings negativ. Dies spricht nicht gegen eine Hepatitis, da das Immunsystem eine Weile braucht, bis es so viele Antikörper gegen die Viren entwickelt hat, dass sich diese auch nachweisen lassen. Eine spezifische Therapie wird in dieser Phase der Krankheit nicht durchgeführt (körperliche Schonung, kein Alkohol). Einige Wochen später konnte der Hausarzt bei einer Wiederholung des Antikörpertestes HCV-Antikörper finden. Die Transaminasen waren deutlich rückläufig, Frau Neumann ging es auch schon ein bisschen besser. Es war also eine Hepatitis C abgelaufen, die sich jetzt in der Phase der Heilung befand. Eine Hepatitis C kann durch Blutkontakt verursacht werden. Dies können Bluttransfusionen sein (Risiko 1:200.000), gemeinsame Benutzung von Spritzen bei Drogenabhängigen oder Kontakt mit nicht korrekt sterilisierten medizinischen Instrumenten. Auch Geschlechtsverkehr kann die Viren übertragen. Bei Frau Neumann schieden alle dies Übertragungswege aus (ihr Ehemann war und blieb negativ - jedenfalls was die Hepatitis anging).

Manche Hepatitis kann chronisch werden

Auch dies ist nicht ungewöhnlich, oft kann der Übertragungsweg nicht mehr nach verfolgt werden. In den meisten Fällen heilt die Hepatitis folgenlos aus (100 % bei Hepatitis A, 90 % bei B, aber nur 15-25 % bei C). Frau Neumann gehörte leider zu denjenigen, die eine chronische Hepatitis entwickelten: Sie war zwar nicht mehr so erschöpft wie zu Beginn der Erkrankung, von ihrer alten Leistungsfähigkeit war sie aber noch weit entfernt, auch die Leberwerte hatten sich fast wieder normalisiert, aber eben nur fast. Vor der Erkrankung hatte sie besonders niedrige Leberwerte gehabt, da sie keine Medikamente eingenommen und fast nie Alkohol getrunken hatte. Nun wurde eine Untersuchung auf Virus-DNA durchgeführt. Dabei kann mit einer aufwendigen PCR (Polymerase Ketten Reaktion) eventuell im Blut vorhandene Virus-DNA (Erbsubstanz) um ein Vielmillionenfaches vermehrt und dann nachgewiesen werden. Im Blut von Frau Neumann fand sich so viel DNA, dass es mehreren hunderttausend Hepatitis-Viren in jedem Milliliter Blut entsprach!

Ihr Immunsystem wehrte sich zwar gegen das Virus (hohe Antikörper-Titer), konnte die Hepatitis aber nicht aus eigener Kraft besiegen (Vorhandensein von Viren durch die DNA belegt). Da es bei 5-30 % der chronisch mit Hepatitis C-Infizierten zu einer Leberzirrhose kommt (bei Hepatitis B sind es nur etwa 1 %), schlägt die konventionelle Medizin eine Therapie mit Interferon und Ribavirin vor. Interferon muss gespritzt werden (bei dem modernen PEG-Interferon nur einmal pro Woche) und unterstützt die Immunabwehr gegen die Viren. Ribavirin wird als Tablette täglich genommen und hemmt die Vermehrung der Viren. Erst durch die Kombination beider Therapien wurden akzeptable Behandlungserfolge erzielt, wobei der Langzeiterfolg sehr von der Art des Virus abhängt (ca. 50 % nach 12monatiger Therapie bei Genotyp 1, immerhin ca. 80 % nach 6monatiger Therapie bei Genotyp 2 oder 3). Bei Hepatitis B wird eine halbjährliche Behandlung mit Interferon und dem Virustatikum Lamivudin empfohlen, wodurch etwa jeder dritte Patient geheilt wird. Die Therapie muss konsequent durchgeführt werden, ist sehr teuer (mehr als 10.000 Euro) und sehr nebenwirkungsbehaftet. Am unangenehmsten ist dabei ein ständiges Grippegefühl, Infektionen können daher schlechter erkannt werden. Auch Müdigkeit und Muskelschmerzen kommen relativ häufig vor. Autoimmunkrankheiten können vermehrt auftreten. Selbst psychische Symptome wie Verwirrtheit, Angstzustände und Depressionen können auftreten. Daher gibt es unter der Therapie immer wieder Abbrecher, denen die Nebenwirkungen unangenehmer sind als der mögliche Erfolg, nämlich die wirkliche Ausheilung der Krankheit.

Naturheilkunde bei Hepatitis – alternativ oder komplementär

Frau Neumann wollte sich aus Angst vor Nebenwirkungen zunächst naturheilkundlich behandeln lassen. Hierzu gibt es leider keine Studien, die Heilungsraten oder Verbesserungen der Symptome aufzeigen. Es hängt von der Einstellung des Patienten, der Aufklärung durch den Arzt und der Angst vor oder dem tatsächlichen Auftreten von Nebenwirkungen ab, welche Therapie man wählt. Egal, für welche Therapie Patient und Arzt sich nach sorgfältigem Abwägen des Für und Wider entscheiden mögen: Der Therapieerfolg muss überprüft werden! Werden die Laborwerte besser? Bessert sich auch das subjektive Befinden oder wird es gar schlechter? Das gilt auch für die Entscheidung zur Nicht-Therapie, also für das Zuwarten. Sollte das Befinden durch die Krankheit deutlich schlechter werden oder es gar Hinweise auf eine beginnende Zirrhose geben, muss der eingeschlagene Weg neu überdacht werden. Selbstverständlich können auch schulmedizinische mit naturheilkundlichen Maßnahmen kombiniert werden, man kann also das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Auch hierzu gibt es bei der Hepatitis keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, aber die Erfolgsrate kann möglicherweise gesteigert oder aber Nebenwirkungen abgemildert werden. Im Reagenzglas konnte beispielsweise gezeigt werden, dass die Wirkung von Interferon auf Hepatitis-Viren verzehnfacht (!) werden kann, wenn viel Zink vorhanden ist. Eine Kombinationsstudie an Patienten mit Interferon und Zink ist mir nicht bekannt (am Zink verdient die Industrie wohl zu wenig).

Naturheilkundliche Therapie hilft

Naturheilverfahren können die mit einer Hepatitis einhergehenden Beschwerden lindern und zu einer schnelleren Rekonvaleszenz beitragen.

Leberschonkost ist out

Eine früher übliche Leberschonkost gibt es heute nicht mehr. Hepatitispatienten sollten vielmehr eine fettarme Vollwertkost verzehren. Dabei sollte die Bekömmlichkeit einzelner Lebensmittel berücksichtigt werden. Der Erkrankte merkt sehr schnell, was ihm bekommt und was nicht. Alkohol sollte allerdings strikt gemieden werden, ebenso das Rauchen, Kaffee weitgehend.

Einen starken Stimulationsreiz für die Leber und die Galle stellen bittere und scharfe Gewürze und Kräuter dar. Würzen Sie Ihre Speisen also bevorzugt mit Ingwer, Meerrettich, Pfeffer, Senf, Oregano, Zimt, Nelken und Koriander. Ganz besonders hilfreich ist die Gelbwurz, die wir auch in der Gewürzmischung „Curry“ wieder finden. Reichern Sie Ihren Speiseplan außerdem mit Chircoree, Radiccio, Lollo Rosso, Endivien, Löwenzahn und weiteren bitteren Salaten und Gemüsen an. Ihre Leber wird es Ihnen danken!

Heilpflanzen schützen die Leber

Eine der wichtigsten Heilpflanzen für die Leber ist die Artischocke. Sie hat eine antioxidative Wirkung, schützt also vor den freien Radikalen, die bei jeder Entzündung vermehrt freigesetzt werden. Darüber hinaus hat sie eine choleretische Wirkung, stimuliert also die Produktion und die Ausscheidung der Gallenflüssigkeit. Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan des Körpers. Mit der Galle „entgiftet“ sich die Leber aber praktisch selbst. Alles, was der Leber dabei hilft, schützt sie.

Das Essen von Artischocken hilft hier leider nicht weiter, da die entscheidenden Substanzen in den Blättern konzentriert sind. Wählen Sie als Leberschutz daher ein hoch dosiertes Artischockenpräparat und führen Sie davon 600 bis 1200 mg Trockenextrakt zu. Bewährte Präparate sind Hewechol, Hepar-POS oder Hepar SL forte. Nehmen Sie Artischockenpräparate 15 bis 30 Minuten vor jeder Hauptmahlzeit ein.

Die Mariendistel ist ein weiteres ausgezeichnetes Leberschutzmittel. Sie stimuliert die Synthese bestimmter Eiweiße. Sie ist meines Erachtens dann indiziert, wenn die Leberfunktion bereits eingeschränkt ist oder Anzeichen für eine beginnende Zirrhose vorliegen. Achten Sie darauf, dass Sie mit einem Mariendistelpräparat 200 bis 400 mg Silymarin täglich zuführen. Gute Präparate sind Hepatos und Legalon.

Welche Physikalischen Therapien sind geeignet?

Ein feuchtwarmer Leberwickel verbessert die Leberdurchblutung reflektorisch und hilft so bei der Entgiftung. Bei einer akuten Entzündung sollten Sie sich allerdings vor zu viel Wärme hüten – also keine heißen Vollbäder oder Sauna. Hier sollte auch Ruhe eingehalten werden – zunächst eventuell sogar Bettruhe, später sollten Sie sich auch körperlich eher schonen. Erst wenn die Transaminasen deutlich rückläufig sind, können Sie die Bewegung langsam wieder unter Kontrolle der Leberwerte steigern.

Heilfasten bei Hepatitis nicht immer indiziert

Das Heilfasten ist bei einer akuten Hepatitis streng kontraindiziert. Wenn die akute Entzündung abgeklungen ist, können Sie ein vorsichtiges, nicht zu lange dauerndes Fasten versuchen. Ein leichter Anstieg der Transaminasen im Heilfasten ist oft zu beobachten und kann toleriert werden. Nach dem Fasten sollten die Werte jedoch rasch wieder sinken, idealerweise unter den Ausgangswert zu Beginn des Fastens.

Der Hepatitis-Patient benötigt mehr Nährstoffe

Bei einer chronischen Infektion besteht eine Dauerbelastung des Immunsystems. Wir benötigen daher Nährstoffe, die für die Immunabwehr wichtig sind, in besonders hoher Dosierung:

  • Vitamin C (3-10 g täglich) stärkt das Immunsystem, wirkt antioxidativ und hemmt das Viruswachstum. Die Leukozyten (weiße Blutkörperchen, die „Polizei des Körpers“) haben die höchsten Vitamin C-Konzentrationen des gesamten Körpers.
  • Vitamin E (400-1000 IE) stärkt das Immunsystem, wirkt antioxidativ und ergänzt sich gut mit Vitamin C.
  • B-Vitamine (besonders Folsäure und B12) sind wichtig für die Zellteilung und damit für die Regeneration des Immunsystems.
  • Zink (20-40 mg) regt die Immunzellen an und verkürzt Infektionen.
  • Selen (100-200 μg) regt die Immunzellen an und wirkt antioxidativ.

Homöopathie – Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt

Die aufgeführten Mittel wurden bei der Hepatitis A eingesetzt. Bei Übereinstimmung von Symptomatik und Arzneimittelbild scheint jedoch auch bei anderen Formen der Hepatitis ein Therapieversuch gerechtfertigt. Bei chronischen Beschwerden sollten Sie eine Behandlung bei einem erfahrenen Homöopathen durchführen lassen (Achtung, auch hier gilt: Keine Therapie ohne Erfolgskontrolle, z.B. regelmäßige Überprüfung der Leberwerte!).

  • Chelidonium D2, D3, D4: pappiger oder bitterer Geschmack, Aufstoßen, Übelkeit, Stiche in der Lebergegend, Schmerzen unterhalb des rechten Schulterblattes, Verlangen nach Saurem
  • China D4, D6: starke Blähungen, Aufstoßen, Leeregefühl im Magen, Übelkeit, Unverträglichkeit blähender Speisen, Milch oder Obst, große Schwäche, nervöse Überempfindlichkeit, Berührungsempfindlichkeit, nachts schlechter, Wärme bessert
  • Lachesis D6, D12: aufgetriebener Leib, enge Kleidung wird nicht ertragen, Wärme oder Schlaf verschlechtern
  • Mercurius dulcis D4: bei symptomarmer Gelbsucht, bei dem eine Mittelwahl nur schwer möglich ist, ist dieses das Mittel der Wahl (nur einige Wochen einnehmen!)
  • Natrium sulfuricum D3, D4, D6: Berührungsempfindlichkeit der Lebergegend, Stechen der Leber bei tiefer Einatmung, frühmorgendlicher Durchfall, reichliche Blähungen, missgelaunt oder melancholisch, feuchtes Wetter (Nebel) verschlechtert
  • Podophyllum D3, D4, D6: Empfindlichkeit des Oberbauches gegen Berührung und Kleidung, leichtes Reiben der Lebergegend bessert jedoch, Gefühl der Schwäche und Leere des Magens, krampfartiger Leibschmerz, gussartiger Durchfall nach Essen und Trinken, Wärme oder Zusammenkrümmen bessern.

Manchmal fehlen wegweisende homöopathisch verwertbare Symptome. Dann können Sie sich auch mit bewährten homöopathischen Komplexmitteln weiterhelfen. Sehr gut haben sich Hepeel Tabl. bewährt, die durch Engystol Tabl. ergänzt werden können, wenn noch Viren vorhanden sind (akute Virushepatitis oder chronische Virenbelastung). Weitere bewährte Mittel sind Hepar-Hevert Tr., Carduus marianus Spl. oder Colocynthis Spl.

Wie ist das aktuelle Vorgehen bei Frau Neumann?

Frau Neumann wurde über die bestehenden schulmedizinischen und alternativen Möglichkeiten, ihre Vor- und Nachteile sowie über ihre Erfolgsaussichten und Risiken ausführlich aufgeklärt. Nur so kann die Patientin eine mitverantwortliche Entscheidung treffen. Mittels einer großzügigen, aber nicht ausufernden Labordiagnostik konnten wir feststellen, dass die Transaminasen zwar leicht erhöht sind, also weiter eine vermehrte Leberzellschädigung stattfindet. Die Synthesemarker Quickwert und Cholinesterase sind jedoch noch völlig normal, so dass von einer (noch) ungestörten Leberfunktion ausgegangen werden kann. Der wichtige Laborwert Prokollagen-III-Peptid ist ebenfalls normal. Er würde einen fibrotischen Umbau anzeigen, was auf eine beginnende Leberzirrhose hinweisen würde. Daher erhielt sie Artischocke (Hewechol 3x2), aber noch kein Mariendistelpräparat.

Des Weiteren erhielt sie Hepeel und Engystol sowie Vitamin C (3x1/4 TL, dann wöchentlich um einen ¼ TL täglich steigern bis zur Durchfallgrenze, dann ¼-2/4 TL weniger, bis das Vitamin gut vertragen wurde), natürliches Vitamin E (Mowivit 1000), Zink (Cefazink 20 2x1) und Selen (Cefasel 100 1x1).

Außerdem haben wir für Frau Neumann eine Infusionsserie (10x) zusammengestellt mit 250 ml Kochsalzlösung, 7,5 g Vitamin C Pascoe und je einer Ampulle Cefasel 300 (wurde vor dem Vitamin C injiziert), Folsäure forte Hevert, Vitamin B12 Hevert, Unizink und Hepar comp. Darüber hinaus erhielt sie eine Amp. Hepeel als Quaddelung knapp unterhalb des rechten Rippenbogens injiziert (Neuraltherapie + Reflexzonentherapie + Homöopathie). Mit einem elektrischen Widerstandsmeßgerät wurden am Ohr auffällige Zonen gefunden, die der Leberzone entsprachen, auch hier wurden an beiden Ohren Quaddeln mit Hepeel gesetzt.

Mit diesem Programm ging es Frau Neumann rasch subjektiv besser. Ob und inwieweit sich Leberwerte hierunter bessern und die Viruslast sinkt, müssen künftige Laboruntersuchungen ergeben. Selbst wenn keine schulmedizinische Standardtherapie durchgeführt werden kann oder gewünscht ist, kann man mit Naturheilkunde viel erreichen.

Literatur:

Schmiedel/Augustin: Handbuch Naturheilkunde, Kap. Hepatitis

Individuelle Fragen können gern während eines stationären Aufenthaltes in unserer Inneren Abteilung oder in der naturheilkundlichen Privatambulanz geklärt werden. Weitere Informationen zu Leistungsspektrum, Kosten, Anfahrt etc. entnehmen Sie bitte
http://habichtswaldklinik-ayurveda.de/Die_Abteilung_Innere_Medizin.html
http://habichtswaldklinik-ayurveda.de/Innere_Ambulanz.html
http://habichtswaldklinik-ayurveda.de/index.html

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift "Der Naturarzt".
Wir danken dem Access-Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.
www.naturarzt-access.de

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Dr. Volker Schmiedel

Habichtswald Klinik

Wigandstr. 1, 34131 Kassel

Telefon  0561 3108-101

E-Mail schmiedel@habichtswaldklinik.de

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